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zur Startseite Für die diesjährige Reise hatten wir uns kein Ziel gesetzt und wollen einfach ohne Plan, nach dem Motto: „Der Weg ist das Ziel“ unsere Reise gestalten. Unsere verschiedenen Winterpläne nach Frankreich oder Kroatien zu reisen haben wir immer wieder verworfen. Wir wollen erst am Tag unserer Abreise Entscheiden in welche Richtung es gehen sollte. Ich habe mir vorgenommen vorwiegend Natur- und Landschaftsaufnahmen zu machen, habe deshalb mein „großes“ Equipment mit auf die Reise genommen. Wir sind selbst gespannt, wohin der Wind uns weht, welche Abenteuer und welche Erlebnisse und erwarten….
Am 8.April 2010 war es so weit. Wir haben uns entschieden in welche Richtung es gehen sollte und so starteten wir frühmorgens um 9.00 Uhr aus unserem Heimatort Freest doch wieder wie in den vergangenen Jahren in Richtung Polen. Schnell legten wir die 45 Kilometer nach Swinemünde zurück und sahen uns schon um 10.00 Uhr auf der Kasibor Fähre die uns auf die Nachbarinsel Wollin brachte.
Auf der Kasiborfähre
Auf der Kasiborfähre über die Kaiserfahrt nach Wolin
Auf der Kasiborfähre über die Kaiserfahrt nach Wolin
Benni ist immer ganz scharf auf den Fahrersitz wenn ich mal ausgestiegen bin In der Stadt Wolin war der erste Weg zu einem Kantor um Geld zu wechseln. Weiter ging die Fahrt eine knappe Stunde weiter zu unserem heutigen Ziel nach Stepnitza (Stepnitz) an der Pommerschen Bucht nahe der Odermündung ins Stettiner Haff.
Die Marina in Stepnica Hier blieben wir 4 Tage um uns auf den weiteren Verlauf der Reise einzustimmen. Am Sonnabend den 10.April hatte ich die Gelegenheit mit Janosz, einem der Fischer hinauszufahren, um Adler vor die Linse zu bekommen. Das Wetter sah von Land aus ganz gut aus, aber je weiter wir Richtung Haff kamen, baute sich aufgrund des zunehmenden Windes eine ordentliche Welle auf. Janosz wusste die Stellen, wo sich evtl. Adler aufhielten, und so kam ich doch noch, wenn auch von ziemlich weiter Entfernung, zum Schuss. Leider konnte ich fast alle Bilder nur gegen die ab und zu hervorschauende Sonne schießen, aber dennoch war ich einigermaßen zufrieden. Die folgenden Bilder zeigen Impressionen von der Odermündung und der Stepnicer Bucht
Nach 4 Tagen Aufenthalt in Stepnica machten wir uns auf den Weg Richtung Osten. Wir wollten eigentlich noch eine Nacht irgendwo übernachten bevor wir unseren schönen Platz im Wassersportclub Ostroda (Osterode) erreichen wollten, aber dann entschlossen wir uns doch durchzufahren und erreichten nach ca. 500 Kilometern am 12.April Abends gegen 19.00 Uhr unser heutiges Ziel. Glücklicherweise war der Clubchef Andrej und seine Frau Pani Jola noch anwesend und nach einer herzlichen Begrüßung bekamen wir gleich Strom und Toilettenschlüssel so dass wir uns häuslich einrichten konnten. Hier wollen wir bis Ende April bleiben, denn Ostoda gefällt und immer wieder sehr gut. Im Ostoder Schloß ist eine Bibliothek, wo ich in den nächsten Tagen immer mal wieder kostenlos ins Internet gehen konnte. Die Promenade hat es uns ebenfalls angetan, denn in den vielen Restaurants konnten wir gut schlemmen und die vielen Wasservögel waren ein gefundenes Fressen für meine Camera. Die folgenden Bilder zeigen Impressionen aus Ostroda
Die Uferpromenade von Ostroda
Die Uferpromenade von Ostroda
Blick von der Oberstadt auf den Drweckiesee von Ostroda
Spaziergang in Ostroda Die folgenden Bilder zeigen lebendige Bilder aus der Ostrodaer Natur
Das
Wetter entwickelte sich tagsüber schon recht sommerlich und unsere
Winterblässe macht bald einer gesunden Farbe Platz. Hier auf dem Gelände
des Segelclubs konnte ich auch immer wieder einen Vogel, den ich zunächst
nicht einordnen konnte fotografieren. Selbst in meinem an Bord
befindlichen Pareys Vogelbuch konnte ich ihn nicht identifizieren. Im Flug
knatterte er ziemlich laut, ich denke es ist eine Lerche, bin mir aber
nicht sicher. Na ja, sicher werde ich einen Vogelexperten finden, der mir
Bestimmungshilfe geben kann. Meine Nachforschungen waren erfolgreich: Es
handelt sich um eine Wacholderdrossel. In den schönen Tagen hier in
Ostroda war das Wetter einigermaßen gut, jedoch waren die Nächte noch ganz
schön kalt, teilweise unter -0° Celsius. Damit hatten wir allerdings auch
gerechnet und waren deshalb nicht überrascht. Das Wochenende um den
24./25.April war jedoch wettermäßig schon sehr angenehm und so war
„Autopflege“ angesagt. (Waschen, Polieren, Fenster putzen) Unser Plan
sieht vor, am 30.4. von hier zu starten um die gut 100 Kilometer über
Olstyn (Allenstein) in nördlicher Richtung nach Zywkowo zu fahren. Zywkowo
ein polnisches Dorf, direkt an der russischen Grenze nach Kaliningrad, hat
nur 25 Einwohner, aber das besondere an diesem Dorf ist, dass hier über 60
Storchenpaare den Sommer verbringen sollen. Im Internet habe ich mich
schlau gemacht und erfahren, dass einer der Bauern auf seinem Hof einen
hohen Holzturm errichtet hat, um Interessierten die Möglichkeit zu geben
in die Nester hinein zu fotografieren. Ich bin schon gespannt, ob es mir
gelingt hier schöne Fotos zu machen…
Kleine P-Pause auf einem Parkplatz Weiter ging es danach nach Zywkowo, dass wir gegen Mittag erreichten. Meine Vorstellungen und Erwartungen von diesem Ort, der nur ca. 400 Meter von der russischen Grenze entfernt liegt wurden weit übertroffen. Hier fühlten wir uns um mindestens 100 Jahre zurückversetzt.
Hier stehen wir auf einem Bauerngehöft in Zywkowo Auf einem Bauernhof wurden wir von der Bauersfrau aufs herzlichste empfangen und auf die Frage ob wir hier einige Tage stehen dürfen, sagte sie solange wir wollen. Ein Plumsklo und auch Strom hatten wir auch zur Verfügung, sodass wir unsere Fernsehantenne ausrichten und auf diese Weise mit der Welt verbunden waren. Hier in Zywkowo leben tatsächlich nur 25 Menschen und an die 120 Störche. Auf allen 8 Häusern befanden sich unzählige Storchennester, also ein gefundenes Fressen für meine Camera. Auf einem der Höfe hatten die Einwohner einen ca. 10 Meter hohen stabilen Holzturm errichtet, von aus man fast auf gleicher Höhe mit den Nestern war. Das Wetter war zwar noch immer sehr unbeständig, aber doch schon teils sommerlich warm. Das Leben der Menschen auf diesem Bauerhof faszinierte uns sehr, denn wir als ehemalige Stadtleute konnten uns gar nicht satt sehen an all den Dingen die wir hier zu Gesicht bekamen. Allein die Vielzahl der unterschiedlichsten Tiere, Hühner, Enten, Katzen, Kühe, Pferde, die vielen Störche und natürlich „Mischu“ der Hofhund waren schon äußerst sehenswert. Der „Mischu“ ein ganz lieber Hofhund wich gar nicht mehr von meiner Seite. Wie schade, dass sich unser Benjamin nicht besonders gut mit ihm vertrug. Die Art, wie die Einwohner hier einfach, aber im Einklang mit der paradiesischen Natur leben, beeindruckte uns gewaltig. Überwiegend versorgen sie sich von den eigenen Produkten, selbst Butter und Käse waren aus eigener Produktion. Die sprichwörtliche polnische Gastfreundschaft die wir hier erleben durften war einfach überwältigend. Jeden Tag bekamen wir ein sehr schmackhaftes typisch polnisches Mittagessen. Piroggi und Bigos waren nur einige der Gerichte die wir uns schmecken ließen. Frische Eier von den frei lebenden Hühnern, selbst gebackenen Kuchen, Kartoffeln aus eigenem Anbau und gebratenen Fisch brachte uns täglich Pani Irena die Bauersfrau. Aus den 4 Tagen, die wir eigentlich nur bleiben wollten wurde dann doch eine ganze Woche. Als ich einen Tag vor Abreise bezahlen wollte, wurde mein Geld ganz entrüstet zurück gewiesen. Das aber konnte ich nicht auf mir sitzen lassen und musste einen angemessenen Betrag fast mit Gewalt aufdrängen. Auf jeden Fall werden wir hierher bestimmt wieder kommen. Diesen Aufenthalt hier in Zywkowo werden wir wohl so schnell nicht vergessen.
Leben und Arbeiten wie vor 100 Jahren
Pani Irena putzt Fische und Oma Maria verscheucht die Katzen
Hier eine der Eierlieferanten. Jeden Tag frisch, ökologisch und garantiert Dioxinfrei
Mischu der Hofhund
Mischus Lieblingsplatz unter dem alten Traktor
Störche, Störche. Störche wohin man sieht
Nistmaterial wird eingeflogen
Frau Storch wird in Stimmung gebracht...
....und dann steht der Familienplanung nichts mehr im Wege
Am Donnerstag , den, 5 Mai setzten wir unsere Reise wiederum ohne ein bestimmtes Ziel fort. Gegen Mittag des 5. Mai erreichten wir Ruska Wies (Reuschendorf) das zwischen Sensburg (Mrongowo) und Rastenburg (Kenzyn) liegt. Hier waren wir ja auch in den vergangenen Jahren immer wieder zu Gast. Unser alter Freund Heinrich hat sich nach seinem unerwartetem Schlaganfall wieder einigermaßen erholt. Auf dem Weg nach Ruska Wies besuchten wir die Familie Roßig, eine alte Ostpreußische Familie. Wir hatten im Winter im Fernsehen einen Dokumentarfilm gesehen und dadurch von den Roßigs erfahren. Nach einer herzlichen Begrüßung durch den alten Herrn erzählte er uns von seinem Schicksal. Er war in russischer Gefangenschaft und sein Vater im KZ. Nach dem Krieg und der Heimkehr in seine alte Heimat hier in den Masuren fing er noch einmal ganz von vorne an und hat nun einen großen Landwirtschaftsbetrieb aufgebaut, den nun einer seiner Söhne bewirtschaftet. Wir verbrachten nun 4 Tage in Ruska Wies, wo an einem der Tage eine Gruppe Holländer mit 22 Wagen für 2 Tage Station machten, bevor sie weiter nach Russland reisen wollten. Auch ein einzelnes holländisches Wohnmobil machte hier ein paar Tage Pause. Dieses Ehepaar war auf dem Weg nach Vilnius, von wo sie an einer geführten 6 monatigen Reise nach China, die Mongolai und den Iran teilnehmen wollten. Das wird sicher ein sehr abenteuerliches Unternehmen.
Auf der oberen Reihe des terrassenförmig angelegten Platzes bezogen wir Stellung
Jetzt Anfang Mai ist der Frühling auch hier in den Masuren eingezogen
Jetzt Anfang Mai ist der Frühling auch hier in den Masuren eingezogen Am 10. Mai verließen wir Ruska Wies um nach gut 40 Kilometern in Nikolajken, dem Hauptort der Masuren Station zu machen. Hier blieben wir 2 Tage. Während dieser Zeit stellte ich fest, das, wenn der Motor lief immer ein paar Tropfen Diesel unter dem Auto war. Auf dem Weg nach Augustow fuhren wir eine Werkstatt an um dieses überprüfen zu lassen. Dort stellte man fest, das ein Simmering an der neuen Dieselpumpe den Geist aufgegeben hatte. Problem war eine entsprechende Werkstatt zu finden, die diesen Schaden beheben konnte. Laut Auskunft der Werkstatt gibt es eine Fachwerkstatt in Osztyn (Allenstein), das ca. 100 Kilometer in entgegen gesetzter Richtung liegt. Wir machten telefonisch einen Termin für Montag, den 17. Mai aus und fanden uns für die nächsten 4 Tage wieder in Ruska Wies ein um die Zeit zu überbrücken. ging es an dem besagten Montag um 7.00 Uhr auf die Fahrt in das ca. 70 Kilometer entfernte Olstyn. Um 9.00 hatten wir unseren Termin und die Reparatur sollte 2 Tage dauern. Wir bekamen Strom und hatten uns schon häuslich für eine Übernachtung eingerichtet. Und wieder kam es ganz anders als geplant. Am Nachmittag gegen 16.00 Uhr war unser Wagen wieder fertig.
Warten auf die Reparatur in Allenstein Ca. 8 Kilometer nördlich von Olstyn fanden wir einen sehr schönen Campingplatz auf einer Halbinsel in Dywity.
Der schöne Campingplatz in Diwyty bei Allenstein Am nächsten Morgen fuhren wir wieder, nun schon zum dritten Mal. nach Ruska Wies wo wir wiederum 3 Tage verbrachten bevor wir noch einmal nach Mikolajki fuhren um dort noch ein paar Tage in dem Hauptort der Masuren zu stehen.
Unser Stellplatz in Mikolajki
Der Seglerhafen in Mikolajki
Der Marktplatz in Mikolajki
Nikolakin der Hauptort der Masuren
Nikolakin der Hauptort der Masuren
Nikolakin der Hauptort der Masuren Das Wetter hatte inzwischen hochsommerliche Temperaturen angenommen, allerdings gab es fast jeden Tag gegen Abend ein erfrischendes Gewitter. Wir haben beschlossen, das wir uns in den nächsten Wochen so langsam in Richtung Deutschland bewegen wollen. Die schönen Pfingsttage aber wollen wir noch hier in den Masuren verbringen, bevor wir, wie gesagt, so langsam in Richtung Südwesten aufbrechen wollen, und dabei Orte anfahren möchten, die wir bisher noch nicht besucht hatten. Am 22.5.2010 verließen wir die Masuren um uns westwärts nach Znin zu begeben. Dort angekommen, mussten wir feststellen, das der gesamte Platz von einer Gruppe Engländer belegt war, die mit unzähligen Kindern alles dort einnahmen. Also, nichts wie weg und in der Stadt haben wir auf einem Parkplatz am Rande eines schönen Parks, einen ruhigen Platz zum Übernachten gefunden. Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück ging es dann zu dem und schon bekannten schönen Platz nach Slawa (Schlawa). Dort in dem schönen Ort an einem See blieben wir 6 Tage, sahen uns die Stadt an und unternahmen schöne Spaziergänge. Auch den zweimal wöchentlich stattfindenden Bauernmarkt besuchten wir hier gerne.
Unser Stellplatz in Slawa
See in Slawa
Blumenpracht auf dem Campingplatz
Der Martplatz (Rinek) in Slawa
Auf dem Markt in Slawa
Hier das "Making Off" für die Macroaufnahmen. Auf der gelben Leine machten ab und zu einige Libellen Pause
Diese Libelle besuchte uns täglich und blieb stundenlang auf einer Leine sitzen
Diese Libelle besuchte uns täglich und blieb stundenlang auf einer Leine sitzen
Abwechslung brachte ein Radrennen in Slawa
Abwechslung brachte ein Radrennen in Slawa Unser treuer Begleiter unser Hund Benjamin machte uns Sorgen, denn er wollte nicht Fressen und war auch nur sehr schwer zu bewegen mit uns zu laufen. Immerhin ist er inzwischen schon 15 Jahre alt und unsere Befürchtung, dass er uns bald verlassen würde drückte natürlich unsere Stimmung ungemein. In den nächsten Tagen erholte er sich aber so langsam wieder und sein altes freundliches Wesen kam wieder zurück. Da fiel uns natürlich ein Stein vom Herzen, denn der Verlust unseres Benjamins wäre uns doch sehr schwer gefallen. |